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Der letzte Romantiker? - Max Reger und die Welte-Philharmonie-Orgel
In einer kleinen Sonderschau beschäftigt sich das Museum für Musikautomaten aus Anlass des 100. Todestages des Komponisten, Organisten, Pianisten und Dirigenten Max Reger (1873-1916) mit dessen Beziehung zur Firma M. Welte & Söhne in Freiburg im Breisgau.



Vor dem Ersten Weltkrieg sind nur sehr wenige Musiker mit Tonaufnahmen auf Schellack-platten verfügbar – unter diesen sind keine Organisten. Auf Musikrollen für mechanisches Klavier bzw. Orgel dagegen gibt es eine Vielzahl von Pianisten und Organisten, deren Aufnahmen noch heute in perfekter Qualität wiedergegeben werden können. Spezialisiert auf ein solches Aufnahmeverfahren war die Firma M. Welte & Söhne in Freiburg im Breisgau. Seit 1911 wurden zahlreiche Organisten auf Musikrollen verewigt – Pianisten bereits seit 1905. Das Aufnahmeverfahren für Orgel hiess Welte-Philharmonie, dasjenige für Klavier nannte die Freiburger Firma Welte-Mignon. Auf Musikrollen aufgezeichnete Musik konnte weltweit auf Welte-Philharmonie-Orgeln bzw. Welte-Mignon-Klavieren wiedergegeben werden. Mit diesen Aufnahmen erschliessen sich neue Anhaltspunkte für die Geschichte der Interpretation von Klavier- und Orgelmusik im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.


Ankunft von Max Reger bei der Firma Welte in Freiburg i. Br.

Die Aufnahmen von Max Reger üben seit langem eine besondere Faszination aus, denn er war einer der bekanntesten Musiker seiner Zeit, ein letzter Riese, wie er vom Komponisten Paul Hindemith bezeichnet wurde. Am 8. Dezember 1905 hatte Reger in einem Aufnahmestudio in Leipzig 10 eigene Klavierwerke für die Hersteller des Reproduktions-klaviers Welte-Mignon eingespielt, am 28. Mai 1913 machte er der Firma Welte erneut seine Aufwartung, dieses Mal am Firmensitz in Freiburg im Breisgau, wo er 16 seiner eigenen Orgelwerke interpretierte.
Musikrollen von Werken Max Regers

Musikrollen von Werken Max Regers

Aus Regers Aufnahmen entstanden nicht nur Musikrollen, die weltweit an Besitzer von Welte-Philharmonie-Orgeln verkauft wurden, sondern Jahrzehnte später wurden daraus von anderen Musikfirmen auch Schallplatten produziert: „Unvergänglich – unvergessen“ und „Reger spielt Reger“ sind deutsche Titel, eine englische Version wurde als „Reger plays Reger“ veröffentlicht. Dabei wurden jedoch jeweils nicht sämtliche 16 Musikrollen verwendet, sondern gewisse Musikstücke scheinen teilweise nicht zur Verfügung gestanden zu haben. Erst mit der Veröffentlichung einer vom Museum für Musikautomaten in Zusammenarbeit mit dem Münchner Classic-Label OehmsClassics produzierten Doppel-CD sind nun in jüngererZeit sämtliche Orgelwerke, die Reger für Welte einspielte, für die Musikforschung und die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Die Produktion erschien in der Reihe „The Britannic Organ – Die Welte-Philharmonie Orgel im Museum für Musikautomaten Seewen“ und enthält neben den von Reger selbst gespielten 16 Orgelstücken weitere Interpretationen Regerscher Werke mit den Organisten Günther Ramin, Kurt Grosse, Walter Fischer und Joseph Messner – ebenfalls bei Welte in Freiburg eingespielt. Aufgenommen wurde diese Doppel-CD im Jahre 2014 auf der Seewener Britannic-Orgel, einer der wenigen Welte-Philharmonie-Orgeln weltweit, die noch spielbar sind.


Max Reger an der Orgel

Der 100. Todestag Max Regers jährt sich am 11. Mai 2016. Für die Dauer der kleinen Sonderschau werden zwischen 11. Mai und 20. November 2016 auf den beiden täglichen Britannic-Führungen des Museums für Musikautomaten (13.40 bzw. 15.40 Uhr) wahlweise eine Klavier- oder Orgelkomposition Regers vorgeführt – gespielt von ihm selbst vor über 100 Jahren. Zudem finden am Sonntag, 4. September – in Zusammenarbeit mit dem Verein der Konzertveranstaltenden OrganistInnen Basel (KVOB) – und am 6. November – im Rahmen des 14. Jahrgangs des „Kulturherbst in Seewen“ – zwei Reger-Konzerte im Bundesmuseum in Seewen statt.

Britannic-Führung
  • Auf den beiden täglichen Britannic-Führungen des Museums für Musikautomaten (13.40 bzw. 15.40 Uhr) wird wahlweise ein von Max Reger gespieltes Klavier- oder Orgelstück vorgeführt.

Begleitveranstaltungen
  • 4. September, 17.30 Uhr: Konzert mit Werken Max Regers in Zusammenarbeit mit dem Verein der Konzertveranstaltenden OrganistInnen Basel (KVOB).
  • 6. November, 11.15 Uhr: Konzert mit Werken Max Regers anlässlich des 14. Jahrgangs des „Kulturherbst in Seewen“ mit David Rumsey, Organist und Orgelexperte.

Begleitprodukte
  • Max Reger – The Britannic Organ Vol. 8. Die Welte-Philharmonie-Orgel im Museum für Musikautomaten Seewen. Doppel-CD erschienen bei OehmsClassics, München 2014.
  • The Complete Britannic Organ Edition. Die Welte-Philharmonie-Orgel im Museum für Musikautomaten Seewen. CD-Box von Vol. 1 bis 12 der bei OehmsClassics erschienenen insgesamt 23 CDs, München 2011 bis 2016.
  • Der Begleitband zum Symposium „Recording the Soul of Music“ – Welte-Künstlerrollen für Orgel und Klavier als authentische Interpretationsdokumente? vom 10. bis 11. März 2013 erscheint 2016 in Zusammenarbeit mit der Hochschule der Künste Bern (HKB


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